BarCamp – ist diese Art von Mitmach-Tagung eine Alternative zu klassischen Konferenzen und Kongressen oder nur ein Hype für IT-Freaks? Als zukunftsorientierter Mensch wollte ich es genau wissen. Also startete ich ein Selbstexperiment.

Samstag, 10. Oktober – 9:30 Uhr. Mit Kaffeepott auf dem Tisch und Smartphone in der Hand sitze ich im Foyer der Rheinischen Post. Ich schaue mich um. Überall um mich herum sehe ich gut gelaunte Menschen. Während die Straßen auf dem Weg nach Düsseldorf recht leer waren, füllt sich das Tagungszentrum erstaunlich schnell. Ich habe das Gefühl in einem Paralleluniversum gelandet zu sein.

Rechts von mir steht eine Gruppe junger Männer und tauscht sich lautstark über Barcamp-Erfahrungen aus. Links von mir stehen vier junge Frauen und erzählen sich von ihnen Lieblings-Bloggern. Direkt hinter sprechen zwei Paare mittleren Alters über die digitale Revolution und ihre persönlichen Veränderungen im Berufsalltag.

Das Stimmengewirr nimmt zu. Lachen erfüllt den Raum. Selfies werden geschossen. Immer mehr Menschen kommen. Viele begrüßen sich herzlich. Man kennt sich. Zwei Männer treten an meinen Stehtisch. Ohne Umschweife landen wir in einem bereichernden Gespräch über Social Selling und neues Unternehmertum. Ruckzuck ist es 10:00 Uhr. Das Barcamp Düsseldorf startet seinen offiziellen Teil. In den nächsten acht Stunden staune ich über aktuelle Strömungen, erfahre von Trends, vertiefe Themen und spreche mit den unterschiedlichsten Menschen.

Am Abend verlasse ich das Zentrum. Ich bin erschöpft und erfüllt. Mein Hirn sprudelt in Erinnerung an die vielen inspirierenden Impulse. Mein Herz hüpft in Erinnerung an die vielen bereichernden Begegnungen. Der Besuch des BarCamps hat sich mehr als gelohnt – wie immer.

 

Als Business-Coach betrachte ich BarCamps nicht nur als Hype für IT-Freaks, im Gegenteil.

 

Im Hinblick auf eine neue Wirtschaft halte ich BarCamps für eine wertvolle Wissens- und Vernetzungsplattform. Nirgendwo sonst kann man sich so schnell über Zeitgeistthemen austauschen und informieren. Aber was ist denn nun ein »BarCamp«? Was unterscheidet es von einer klassischen Konferenz? Trifft man dort nur neugierige Studenten und weiterbildungshungrige Selbständige oder auch gestandene Unternehmer? Schauen wir genauer hin:

 

  1. Was ist ein BarCamp?
  2. Welche Besonderheiten bietet ein Barcamp?
  3. Welche Vor- und Nachteile bietet ein BarCamp?
  4. Fazit: Die Chancen sind größer als das Risiko

 

Barcamp-Atmosphäre

 

Was ist ein BarCamp?

 

Ein Barcamp ist eine Konferenz nach dem Prinzip der Selbstorganisation. Deshalb werden Barcamps auch häufig als Un-Konferenzen oder Nicht-Konferenzen bezeichnet. Man könnte das Barcamp-Format als eine Tochter von Open-Space ansehen. 2004 fand die erste Vorläuferveranstaltung in Kalifornien statt.

Der Internetvordenker Tim O’Reilly war der Gründervater des Foo Camps. Sein Grundgedanke war: Er wollte so etwas schaffen, wie „Das Wiki unter den Konferenzen“. Also lud er befreundete Netzenthusiasten ein, um sich mit ihnen über Visionen und Ideen auszutauschen – frei von Regeln. Das Format fand großen Anklang, war aber anfangs nur auf einen ausgewählten Kreis von Personen begrenzt.
Eine kleine Gruppe um den Entwickler Tantek Celik herum verspürte den Wunsch diese Konferenzform jedem zugänglich zu machen – so entstand 2005 das erste Barcamp. Die Gründerväter waren der Ansicht: Die besten Ideen entstehen bei Konferenzen in der Pause – nur dort tauschen sich Menschen ungezwungen aus. Deshalb wollten sie eine Alternativveranstaltung zu klassischen Konferenzen.

Ihr Ziel war es: Dialogbereitschaft und Vernetzung fördern. Dazu setzten sie auf freien Austausch und eine angenehme Atmosphäre. Jenseits klassischer Rahmenbedingungen setzte man auf die Besonderheit der BarCamps. Sie funktionieren auf Basis des »Geben-und-Nehmen-Prinzips« und der Selbstorganisation.

 

Der Schlüssel für gutes Gelingen

 

Selbstorganisation ist der Schlüssel für gutes Gelingen. Jeder Teilnehmer kann mal impulsgebender Initiator oder mal interessierter Zuhörer sein. Der Erfolg des Events hängt vom Engagement der Teilnehmer ab. Was sich für mich anfangs nach Chaos und heillosem Durcheinander anhörte, ist längst zu einem globalen Trend geworden – Barcamps boomen. Mit ihrem offenen und unkonventionellen Gedankenaustausch treffen sie den Nerv der Zeit. Open-Source Austausch findet immer mehr Anhänger. Was genau erzeugt dieses Phänomen dieser Spontan-Konferenzen? Wie kommt es zu diesem wachsenden Zuspruch? Welche Besonderheiten bieten sie? Was ist der Mehrwert daraus?
Erkenne die 8 Besonderheiten von Barcamps

Titelbild:fotolia.com/84251994 © Gajus

Astrid-Beate Oberdorf
Als New Business Coach begleite ich Selbständige, Solopreneure und Firmeninhaber auf dem Weg zu persönlichem und wirtschaftlichem Erfolg. Das einzigartige Potenzial in werteorientierten Menschen und Unternehmen zu wecken, liegt mir am Herzen. Mich inspiriert das Zitat von Gandhi: »Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.«
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