Wertschätzung ist ein kostbares Gut, viele Menschen vermissen gerade auch in ihren Arbeitsbeziehungen die Wertschätzung für sich und ihre Arbeit.

Kennst Du solche Situationen auch:

Die Verkäuferin im Supermarkt , an der Obsttheke oder in der Bäckerei wird gar nicht angeschaut bzw. richtig wahrgenommen, man ist entweder mit seinem Smartphone oder irgendwelchen Gedanken an das was noch alles zu erledigen ist beschäftigt.

Die Beamtin am Behördenschalter ist ganz auf ihre Verfahren und die Regularien fixiert, so dass sie uns überhaupt nicht zuhört und immer wieder gebetsmühlenartig sagt, welche Unterlagen wir alle einreichen müssen.

Der Mitarbeiter bekommt von seinem Chef eine schnelle, kurze Anweisung irgendwelche Informationen oder Zahlen zusammenzustellen, ohne  nachzufragen, ob er überhaupt Zeit dazu hat oder die Aufgabe richtig verstanden hat. Man hat ja immer so wenig Zeit und steht unter Druck.

Der Ansprechpartner an der Servicehotline wird heftig kritisiert, weil er sich nicht innerhalb einer Stunde zurückgemeldet hat. Wir leben schließlich in digitalen Zeiten, da könnte es doch wirklich ein wenig schneller gehen.

Ich könnte jetzt weitere Beispiele nennen, aber Du weißt wahrscheinlich, was ich meine. Was hat das jetzt mit Wertschätzung zu tun? Ich denke eine ganze Menge. Denn Wertschätzung ist ein Gefühl und Du kannst Dir sicher vorstellen, dass den Menschen in den genannten Situationen genau anders herum zumute war. Sie fühlten sich nicht wertgeschätzt und nicht als Mensch sondern als Objekt wahrgenommen und behandelt. Wie viele andere Menschen im (Arbeits)Leben auch.

 

Mangelnde Wertschätzung wird als Belastung empfunden.

 

Ich habe im Jahr 2014 eine Studie zur Burnoutgefährdung von Projektmanagern begleitet:  Satte 24,4 % der ungefähr 1.000 Teilnehmer fühlten sich in ihrem Arbeitsalltag nicht ausreichend wertgeschätzt und gaben an, dass sie diese mangelnde Wertschätzung auch als Belastung empfinden.

Unaufmerksamkeit, Multitasking und Ablenkung sind vielen zur Gewohnheit geworden.  Wir glauben unbewusst, wenn wir mehr Dinge in kürzerer Zeit erledigen, sind wir schneller. Dass dies ein Irrtum ist, muss ich Dir wahrscheinlich nicht lang erklären, das weißt Du wahrscheinlich selbst. Trotzdem triggern uns unsere unbewussten Programme immer wieder an, so dass sich diese schädlichen Gewohnheiten immer mehr verstärken.

Wertschätzung verlangt Aufmerksamkeit, Zeit  und Interesse. Ich muss mal anhalten und in mich hinein spüren, wie ich mich gerade fühle.  Ich muss dem anderen meine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken, ihm zuhören und  am besten nicht nur auf seine Worte hören, sondern auch auf seine unausgesprochenen emotionalen Signale achten. Was aber, wenn ich mich selbst schon gar nicht mehr richtig wahrnehme, weil ich ständig abgelenkt oder mit zu vielen Dingen auf einmal beschäftigt bin?

 

Schaff Dir positive, nährende Wertschätzungs-Rituale.

 

Da hilft nur eins: Raus aus den alten Gewohnheiten und neue aufbauende Rituale für mehr Wertschätzung schaffen. Es nützt nichts, sich über andere aufzuregen und zu erwarten, dass sich die Menschen in unserem Umfeld aufmerksamer und wertschätzender verhalten sollen. Das erzeugt nur noch mehr Druck, Ärger, Frust und Erwartungen. Oder willst Du auf Dauer in einer Welt leben und arbeiten, die nur noch von der Maxime „schneller, weiter, höher“ angetrieben wird?

Dann fang am besten bei Dir selbst an und schenke anderen die Aufmerksamkeit, die Du Dir selbst wünschst. Nein, fang sogar noch einen Schritt vorher an und schenke Dir selbst mehr Aufmerksamkeit, damit Du die Wirkung von mehr Wertschätzung  am eigenen Leib spürst.

Mein Vorschlag lautet, mach Dir Wertschätzung zur besten Gewohnheit, in dem Du Dir aufbauende Rituale in ihrem Alltag schaffst, die deine Achtsamkeit und Aufmerksamkeit für Dich selbst und andere verstärken.  Diese neuen „Programme“ überschreiben dann mittelfristig Deine alten Gewohnheiten und verschaffen Dir eine Menge positiver Erfahrungen. Denn wie heißt das alte Sprichwort so schön: Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder heraus.

 

Wie Du Dich aus dem Teufelskreis in den Erfolgszyklus bringst.

 

Ich treffe immer öfter auf Menschen, die ein Dankbarkeitstagebuch führen, in das sie jeden Abend drei Dinge aufschreiben, für die sie an diesem Tag dankbar waren. So ein Dankbarkeitstagebuch hat viele positive Effekte:

  • Du machst Dir bewusst was Du alles schon hast. Damit kommst du aus dem Mangeldenken – was alles nicht gut läuft und funktioniert – raus.
  • Du richtest Deine Aufmerksamkeit auf die Geschenke in Deinem Leben, also die Dinge, die Du bekommst auch ohne dass Du dafür bezahlst oder dich anstrengen musst. Du wirst erstaunt sein, wie viel das ist. Auch im Arbeitsleben gibt es viele solcher Dinge: Jemand kocht Dir einen Kaffee, jemand schenkt Dir seine Zeit und erklärt Dir etwas oder jemand unterstützt Dich bei einer Aufgabe, ohne dass Du ihn danach gefragt hast. Du wirst erkennen, wie wertvoll ein solches Verhalten ist.
  • Du bringst Dich selbst in eine aufbauende, verstärkende Feedbackschleife, einen Erfolgskreislauf. Dadurch dass Deine Aufmerksamkeit auf die Fülle und die Geschenke richtest, wirst Du immer mehr davon entdecken.

Und das alles mit einem so einfachen Mittel, wie dem Dankbarkeitstagebuch. Die Wissenschaftler der positiven Psychologie arbeiten übrigens auch damit und haben die positiven Effekte sogar in Studien erforscht.

Das ist nur ein Beispiel für ein solches aufbauendes Ritual. Wichtig ist, dass Du dabei bleibst und das Ritual nicht einschlafen lässt, weil Du keine Zeit hast oder Du Dir denkst: Was soll denn diese Zeitinvestition schon bringen?  Dann ziehen Dich Deine alten, energiezehrenden Gewohnheiten  schnell wieder in ihren Bann.

Welche nährenden Rituale kannst Du Dir vorstellen? Was würde Dir gut tun und Dich weiterbringen?

Mit wertschätzenden Grüßen

Martina

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Martina Baehr
Martina Baehr ist freiberufliche Projektmanagerin, Trainerin, Coach und Inhaberin von Projektmanagement plus - Mit dem richtigen Mindset zum Projekterfolg. Sie unterstützt. Projektmanager und Führungskräfte dabei, erfolgreich mit Veränderungen im Berufsalltag umzugehen und mehr Gelassenheit und Selbstbewusstsein im Projektalltag zu entwickeln.
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