Das Thema Wertschätzung bekommt immer mehr Aufmerksamkeit – gerade auch im Arbeitsalltag. Ich bin schon seit mehr als 17 Jahren im Projektmanagement tätig, das Bedürfnis nach mehr Wertschätzung taucht auch dort seit ein paar Jahren immer mehr und immer dringlicher auf. Gerade im Kontext von Veränderungsprozessen spielt es meiner Meinung nach eine große Rolle mit welcher inneren Haltung wir an den Umgang mit dem noch Unbekannten und die Gestaltung des Neuen herangehen.

Denn wenn wir den wirtschaftlichen Wandel erfolgreich und selbstbestimmt gestalten wollen, dann brauchen wir eine sichere Basis, die uns in den  mit Veränderung verbundenen chaotischen und ungewissen Situationen Stabilität gibt. Eine solche, sichere Basis ist für mich echte, gelebte Wertschätzung.

Wandel durch Wertschätzung – das ist deshalb auch das Motto unsere Barcamp Business 2017 – das am 7. und 8. April stattfinden wird.

Im Vorfeld haben Kathrin und ich als Organisatorinnen des Camps einige Aktionen durchgeführt, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Unter anderem haben wir eine Umfrage zum Thema Wertschätzung gestartet, weil wir herausfinden wollten, was die Menschen in den Unternehmen bewegt und was sie sich konkret wünschen.

Wir waren positiv überrascht über die Resonanz auf unsere Umfrage. Insgesamt haben 53 Menschen unsere Fragen beantwortet und 42 haben sogar nicht nur die Antworten angekreuzt sondern uns auch noch ganz konkret ihre Wünsche geschildert  bzw. Position bezogen. Das zeigt uns, welche Bedeutung Sie dem Thema beimessen.

Ich möchte jetzt einige dieser Aussagen mal beispielhaft herausgreifen und etwas näher beleuchten. Dazu habe ich diese den 3 Ebenen – Wertschätzung als Teil der Unternehmenskultur, Wertschätzung im Team und Selbstwertschätzung- zugeordnet.

 

 

Gelebte Wertschätzung als Teil der Unternehmenskultur

 

  • Dass es mehr kultiviert wird und den Menschen bewusst wird, welche Kraft und Auswirkung es auf verschiedenen Ebenen hat.
  • Dass es im Unternehmen weniger als Softie-Thema“ gesehen wird, sondern als nützliches Schmiermittel für gute Kommunikation – dann bekäme es nämlich mehr Aufmerksamkeit in Unternehmen.
  • Dass sie mehr angewendet wird und zwar gerade dann, wenn die Beziehungen belastet sind und die Zahlen nicht stimmen.
Beispielaussagen von den Befragungsteilnehmern


Der Wunsch, dass gelebte Wertschätzung Teil der Unternehmenskultur wird, steht auf Platz 1 aller Aussagen. Die Beispiele zeigen allerdings, dass es gar nicht so einfach ist, die bestehende Kultur auch tatsächlich zu verändern. Viele wünschen sich, dass solche weichen, menschlichen Themen genügend Beachtung und Aufmerksamkeit erhalten. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass ein Wandel nur dann gelingen wird, wenn wir uns die Zeit und den Raum nehmen, uns die Auswirkungen solcher Themen bewusst zu machen, über sie zu sprechen, und gemeinsam überlegen, wie wir eine menschlichere, lebendigere Unternehmenskultur gestalten können.

Das setzt einerseits Vertrauen voraus, denn es braucht Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit, um nicht in Allgemeinplätzen steckenzubleiben. Viele wünschen sich den klassischen Top-Down-Ansatz – die Führungskräfte leben Wertschätzung vor, die Mitarbeiter fassen Vertrauen und orientieren sich daran. Das wäre natürlich schön, aber ich glaube, dass die zwei folgenden Unternehmensebenen diejenigen sein werden, von der die meiste Dynamik ausgehen wird. Es sei denn wir sprechen über kleine und mittelständische Unternehmen von bis zu 50 Mitarbeitern.

 

 

Wertschätzung in der Gruppe/im Team

 

  • Gegenseitige Wertschätzung bei Konflikten.
  • Umgang mit penetranten, abschätzenden Bewertungen.
  • Einen klaren Blick auf mich selbst und mein Verhalten anderen gegenüber. Neue Gedanken zum Thema Selbstwirksamkeit.
Beispielaussagen von den Befragungsteilnehmern


Die Beispiele zeigen, dass es gerade in schwierigen Situationen nützlich wäre, mehr Wertschätzung zu leben. Ich persönlich glaube, dass die Gruppe/das Team die Keimzelle ist, von der ein kultureller Wandel ausgeht. Das habe ich zumindest in all meinen Projekten immer so erlebt. Es ist viel einfacher und geht auch viel schneller, in einem Projektteam auch mal neue Formen der Zusammenarbeit und Kommunikation auszuprobieren, als gleich in der gesamten Organisation.

Dazu müssen wir uns aber noch mehr darüber  bewusst werden, dass Veränderungen nicht nur eine Veränderung im Außen bedeutet – also neue Produkte entwickeln und einführen, die Strukturen verändern und/oder IT-Systeme aufbauen, neue Technologien einführen – sondern dass wir damit ganz bewusst neue Formen der Zusammenarbeit schaffen müssen. Auch hier hat sich in den vergangenen Jahren schon einiges getan. Die Aussagen der Teilnehmer – gerade auch zum Thema Wirksamkeit –zeigen, dass es hier noch einiges an Potenzial gibt, das darauf wartet entdeckt, entwickelt und genutzt zu werden.

Ich bin überzeugt, kulturelle Veränderungen auf der Teamebene können viel bewegen, aber um ein wirklich neues Level zu erreichen, müssen wir noch eine Ebene tiefer gehen und uns mit uns selbst und unserem Verständnis von (Zusammen)-Arbeit auseinandersetzen.

 

 

Selbstwertschätzung

 

  •  Wie kann ich erkennen, dass ich mich selbst nicht wertschätze?
  • Dass sie mehr gelebt wird, anstatt sie zu zerreden.
  • Gesehen zu werden mit den Erfolgen.
Beispielaussagen von den Befragungsteilnehmern


Hier sind wir auf der Ebene des Selbstbewusstseins. Und damit meine ich nicht nur meinen Außenauftritt. Unter Selbstbewusstsein verstehe ich insbesondere, dass mir bewusst ist, wie meine Gefühle, meine Gedanken und meine Konditionierungen/Prägungen sich auf mich selbst und mein Verhalten auswirken.

Wenn ich zutiefst davon überzeugt bin nur dann gut genug zu sein, wenn meine Leistung stimmt, dann gerate ich schnell in Probleme, wenn die Anerkennung mal ausbleibt oder ich gerade etwas ausprobiert habe was danebengegangen ist. Wenn ich glaube, dass Anstrengung, Zeiteinsatz und konsequente Zieleinhaltung geeignete Mittel sind, um auch mit neuen Situationen, die eher Kreativität und Offenheit erfordern, klarzukommen, dann ist die Gefahr groß dass ich irgendwann an einen Punkt emotionaler Erschöpfung gerate.

Solche Überzeugungen sind uns oft gar nicht bewusst bzw. sie sind in unserem tiefsten Inneren vergraben und werden gerade dann angetriggert, wenn wir in stressige Situationen kommen und große Herausforderungen zu bewältigen haben. Deshalb brauchen wir ein neues Selbstbewusstsein im Umgang mit Veränderung. Und dazu gehört auch eine neue Betrachtung des Selbstwertgefühls und der Wertschätzung für sich selbst.

Gerade auf dieser Ebene kann jeder einzelne eine ganze Menge tun, um sein Selbstvertrauen zu stärken, um mit Ungewissheit und neuen Situationen besser klarzukommen. Am sinnvollsten ist es, solche neuen Verhaltensweisen gleich in den Arbeitsalltag einzubinden, damit wir die Auswirkungen unseres veränderten Selbstbewusstseins auch dort spüren, wo wir sie am nötigsten brauchen.

 

Mein Fazit

 

Es gibt eine Menge über Wertschätzung im Arbeitsalltag über das es sich zu diskutieren lohnt. Viele von uns kennen auch schon positive Beispiele, die zeigen wie sich Wertschätzung gerade auch auf die Zusammenarbeit und die Ergebnisqualität auswirkt. Bei unserem Barcamp werden übrigens einige von ihnen dabei sein. Das wichtigste ist, dass wir für dieses Thema Raum schaffen und uns die Zeit nehmen, darüber zu sprechen, wie wir uns unsere diesbezügliche Zukunft vorstellen. Dass wir in Bewegung kommen und nicht nur darauf warten, dass ein anderer endlich anfängt sich mal darum zu kümmern.

 

Einen solchen Raum bieten Kathrin und ich mit dem Barcamp Business *Wandel durch Wertschätzung* am 7. und 8. April in Bergisch Gladbach bei Köln. Einen Raum zum Ideen- und Erfahrungsaustausch, zum Netzwerken, zum Ermutigen. zum Ausprobieren – für alles was Du Dir vorstellen kannst. Hier erfährst Du mehr: http://barcamp.corbusiness.de/

 

Ich lade Dich sehr herzlich ein dabei zu sein

Martina Baehr

Martina Baehr
Martina Baehr ist freiberufliche Projektmanagerin, Trainerin und Gelassenheitscoach. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist es, Projektmanager und Führungskräfte dabei zu unterstützen, erfolgreich mit Veränderungen im Berufsalltag umzugehen und mehr Gelassenheit und Selbstbewusstsein im Projektalltag zu entwickeln.
Sichere Dir alle Neuigkeiten zum BarcampHier eintragen